Dienstag, 10. November 2009

Dankesbrief vom 25.November 1938


Als wir vor ca. 2 Jahren das selbsterbaute Haus meiner Grosseltern ausräumten, schenkte mir meine Tante dieses alte Liederbuch. Was keiner wusste....darin befand sich ein alter Brief aus Schidski Banovci - damals eine deutsche Siedlung in Yugoslawien. Das Datum auf dem vergilbten Papier nannte den 25. November 1938.

Das war genau das Richtige für mich...die ich sowieso schon als Kind von verschollenen Schätzen, alten Kleidern auf dem Speicher und vergessenen Erinnerungen meiner Vorahnen träumte.







In dem Brief bedankt sich ein Herr Mittermayr für die Spende von Dinar 104 für die Kinder in seinem Waisenheim, die meine Grosseltern bei ihrer eigenen Hochzeit sammelte. Er schreibt: "Es ist ein gutes Zeichen, wenn bei einer Hochzeit, wo sich alles der Freude hingibt und für gewöhnlich man nur an sich selber denkt, auch der armen Kinder gedacht wird."



Ich hab mich sehr gefreut dieses Zeitdokument in meinen Händen zu halten. Hatten meine Grosseltern trotz der Kriegswirren, Vertreibung, Flucht, Erblindung meines Opas durch einen Arbeitsunfall im 30. Lebensjahr, Diskriminierung als Ausländer - obwohl sie Volksdeutsche waren, sehr viel Krankheit und Not niemals ihre Grosszügigkeit verloren.


Im Hinblick auf Thanksgiving bin ich dankbar für meine Grosseltern, die neben uns wohnten. Ich verstehe ihr Sudetendeutsch; habe von ihnen gelernt, nicht verschwenderisch zu sein; nicht aufzugeben, auch wenn alles um dich dunkel ist. Im nächsten Posting mehr...






Kommentare:

Luna hat gesagt…

Ja, Esther, das ist wirklich sehr interessant.
Yugoslawien....habe noch Verwandte in Slowenien.
Die Familie meines Vaters, Urahnen, waren unter Kaiserin Maria Theresia
dort angesiedelt worden.
Als Deutsche.
Noch mein Ur-Opa, den ich persönlich nie kennenlernte, da bereits verstorben, war dort geboren und hatte dann die Wahl zu bleiben, oder nach Österreich zurück zu gehen.
Deutsche seinen Namen wieder ein.
Andere Brüder blieben oder gingen nach Amerika, wo es auch Verwandte, mir aber nicht bekannt, geben soll.
Upps....das war jetzt ein bißchen meine eigene Familiengeschichte.
Da könnte man noch hinzufügen, daß mütterlicherseits die Ungarn domninierten und sie selbst auch noch Ungarin war....
Und dieses Mischmasch (ich, eine Wienerin) nennt man dann K.u.K. durchgemischt.....
Bin schon auf die Fortsetzung gespannt...
Lg Luna

fräulein klein hat gesagt…

Liebe Esther, das ist schön, wenn man so alten SAchen, seiner eigenen Familie findet. Bei uns existiert leider so gut wie gar nichts mehr, ausser ein paar alten Fotos, aber meine Schwiegermama hat gar nichts weggeschmissen und da sind allerhand alter Dokumente noch vorhanden!
GGLG, Yvonne

House 21 hat gesagt…

och moi, ist das ein wunder-wunderschöner post !!!
schön, dass du diese alten briefe postest und damit unvergessen machst ...
herrlich vintage und wunderbar die geschichte, die dahinter steht ...!!!!!
hugs mina

Kleine-creative-Welt hat gesagt…

Liebe Esther,
oh das sind richtige Schätze, die man gut hüten muss - wundervoll - auch ich habe noch alte Gedichte von meinem Onkel, der schon lange verstorben ist. Muss ich mal auskramen -
lg. Ruth

Rostrose hat gesagt…

Hach Ester, das ist eine wunderschöne Geschichte, rührend und positiv und an Herzensgüte in schweren Zeiten gemahnend! Ich kann gut nachvollziehen, wie du dich bei dieser Entdeckung gefühlt hast. Ich kann ja nur Fotos, aber kann es sein, dass du deiner Oma ähnlich siehst?
GLG Traude

Regina hat gesagt…

Liebe Esther,
ein wunderschöner post!!!!!!
Es ist schön wenn man so alte Schätze
seiner Familie findet.Ich habe sogut
wie nichts von meinen Verwandten,Was
ich sehr bedaure.
Wünsche dir noch eine schöne Woche,
herzlichst Regina